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Von Mensch zu Mensch

Im Mai 2015, als die ersten Flüchtlinge in Weinsberg ankamen, wurde der Freundeskreis Asyl aktiv. Ein kleines Team versorgte die Ankommenden mit Alltäglichen wie Bettwäsche, Handtücher, Haushaltsgeräten und Bekleidung. Fast täglich fanden Gespräche in den Erstunterkünften statt. Die wöchentliche Betreuung durch eine Sozialarbeiterin des Landratsamtes reichte nicht aus. Der Freundeskreis Asyl begleitete die Asylsuchenden zum Landratsamt, zum Job-Center, zur Bank und bei Arztbesuchen. Formulare wurden übersetzt und ausgefüllt, viele Fragen beantwortet, Deutschunterricht gegeben und Sorgen geteilt. Das Jahr 2016 war noch intensiver und noch aufregender. Es blieb bei einem relativ kleinen Kreis ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die von Anfang an dabei waren und sich sehr engagierten. Trotz intensiver Bemühungen, mehr Menschen für die Integrationsarbeit zu bewegen und geflüchtete Menschen in ihrer Situation zu unterstützen, ergänzten das Team nur einzelne Bürger. Es wäre schön, wenn sich künftig mehr Bürger entschließen würden, von Mensch zu Mensch zu agieren und im Freundeskreis Asyl mitzuarbeiten.

Zahlen und Fakten:

Ende 2015 waren die drei Unterkünfte mit 125 Personen voll belegt. Aber im März beschloss das Landratsamt, in zwei Unterkünften aus den bisherigen 2- plötzlich 3-Bett-Zimmer zu machen. Vor allem in den Containern in den Abtsäckern war es ein unmöglicher Zustand. Es kamen 23 Syrer in die Lindichstraße dazu. Dafür wurden nach und nach alle Albaner nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihr Heimatland abgeschoben. Im Laufe des Jahres kamen noch zehn Iraker und drei Familien in die Gemeinschaftsunterkünfte. Bis auf zwei haben alle Syrer ihre Asyl-Anerkennung bekommen und zum größten Teil die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen, nicht aber Weinsberg. Auch hier half der Freundeskreis Asyl, passende Zimmer und Wohnungen zu finden und sie einzurichten. Flüchtlinge werden Neubürger. Dadurch ändert sich auch die Arbeit des Freundeskreises: Die Erstversorgung mit Bettwäsche, Wäsche und Bekleidung findet nur noch in Einzelfällen statt. durch den Familien-Nachzug haben wir derzeit zehn Familien mit 21 Kindern in Weinsberg und Teilorten, davon leben drei Familien im Camp Lindich, sieben in Wohnungen in und um Weinsberg. Dies verlangt viel Zeit und Engagement, weil die Familien in allen Lebensfragen betreut werden müssen. Der Freundeskreis Asyl sucht Wohnungen für Familien und Einzelpersonen, dazu Möbel und Hausrat. Auch Fahrräder sind als Spende willkommen.

Deutschunterricht: Weil die anerkannten Flüchtlinge vom Jobcenter verpflichtet werden, Integrationskurse zu besuchen, wollen alle diese absolvieren. Es gibt aber zurzeit Wartezeiten von vier Monaten.

Hier ist es gut, dass der Freundeskreis Deutschkurse für Anfänger anbieten kann. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Jule kümmern sich intensiv um die Hausaufgabenbetreuung der eingeschulten Flüchtlingskinder.

Freizeitaktivitäten: Eine große Zahl der Flüchtlinge ist bereits in den örtlichen Sportvereinen aktiv, so beim Fußball, Kegeln und Tischtennis. In anderen Vereinen vereinzelt. Jeden zweiten Mittwoch findet in der evangelisch-methodischen Kirche das Begegnungscafè „Oase“ und jeden zweiten Donnerstag im Helfensteinkeller das Café International statt. Besichtigungen bei Audi und im Salzbergwerk, Fahrradtouren, ein Picknick am grasigen Hag, die Beteiligung am Fest der Kulturen sind herausragende aber nicht die einzigen Freizeitangebote.

Jeden Freitagnachmittag können die Mütter mit Ihren Kindern ins Weinsberger Jugendhaus kommen, Schülerinnen des Justinus-Kerner-Gymnasiums spielen mit den Kindern, die Frauen können sich austauschen und ein wenig Deutsch lernen.

Erfolge bei und durch Patenschaften: Der Freundeskreis Asyl sucht dringend Paten, die sich um eine Familie kümmern möchten aber auch um Einzelpersonen. Dies ist eine langfristige Aufgabe, es können aber dadurch wunderbare Freundschaften entstehen.

Hilfe bei der Arbeitssuche: Ein wichtiger Meilenstein auf dem Wege zur Integration ist Arbeit zu finden. Die jungen Menschen wollen arbeiten, um selbständig zu sein. Der Freundeskreis konnte einige Arbeitsstellen vermitteln. Hier sind die örtlichen Betriebe gefordert, bei der Integration zu helfen.

Weil die vielfältige Arbeit des Freundeskreises mit den wenigen Kräften besser organisiert werden musste, gibt es eine neue Organisations-Struktur mit direkten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Am 18. Oktober wurde sie dem Gemeinderat vorgestellt. Der Freundeskreis bedankt sich bei allen, die seine Arbeit von Mensch zu Mensch unterstützen, sei es durch Mithilfe, Geld- und Sachspenden oder Wohnraum.

Wie sagt ein alter Spruch: Viel hilft viel.

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Das nächste Treffen findet am
Donnerstag, 17.11.16, 18:30 Uhr
im Helfensteinkeller der Baukelter in Weinsberg
statt.

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06.04.2016 – 18:00

„Über das Meer“ – Lesung mit Wolfgang Bauer – anschließend Café International  im Helfensteinkeller

Am 6.4. gab es in Kooperation mit der Stadt Weinsberg eine Lesung mit anschließendem Café International.

Wir freuen uns, dass viele Gäste nach der Lesung die Gelegenheit wahrgenommen und mit den Flüchtlingen im Helfensteinkeller Kontakt aufgenommen haben.

Für das leibliche Wohl sorgte das Kaffeehaus 3Modul aus Weinsberg mit syrischen Teigtaschen

Herzlich willkommen auf den Seiten des Freundeskreis Asyl Weinsberg!

Ein intensives, aufregendes Jahr geht zu Ende. Wir möchten Informationen über die ehrenamtliche Arbeit der Initiative geben, seitdem sie sich im Frühjahr gründete und im Mai die ersten Flüchtlinge zugeteilt wurden. 

Momentan (Dezember 2015) wohnen in Weinsberg ca.125 Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Indien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Mazedonien, Serbien und Albanien, davon 12 Kinder im Alter zwischen 0 und 13 Jahren. Eine Familie aus Albanien musste im November zurück in ihr Heimatland.

Wir versorgten die Ankommenden mit Alltäglichem wie Bettwäsche, Handtücher und Bekleidung. Fast täglich fanden Gespräche in den Unterkünften statt. Mitglieder des Freundeskreis Asyl begleiteten die Menschen zum Landratsamt, zum Job-Center, zur Bank und bei Arztbesuchen. Formulare wurden übersetzt und ausgefüllt, viele Fragen beantwortet und Sorgen geteilt. Kinder konnten in Kindergärten und Schule angemeldet und mit Materialien ausgestattet werden. Für die Mobilität der Menschen, um einzukaufen und eigene Aktivitäten zu unternehmen, gab es einen Aufruf für Fahrräder. Sie wurden überholt und repariert. Weiterhin besteht immer noch ein großer Bedarf an Fahrrädern.

Eine Gruppe Ehrenamtlicher bietet in den verschiedenen Unterkünften, teilweise mehrmals wöchentlich, Deutschunterricht an. Außerdem bekommen alle Flüchtlinge einen Deutschkurs über die VHS. Es gibt auch einzelne „Teams“, die sich zu einem 1:1 Deutsch lernen treffen.

Damit das Fremde nicht fremd bleibt, damit Kontakte entstehen, haben wir Freizeitaktivitäten mit den Flüchtlingen organisiert. Spieleabende wurden durchgeführt. Im Sommer fanden Fahrradtouren, z. B. nach Bad Wimpfen und zum Breitenauer See statt. Wanderungen und spontane Aktivitäten in der Natur kamen dazu, auch ein gemeinsames Picknick am Grasigen Hag. Es wurde auch in privaten Haushalten gekocht und gebacken. Zwei Mal gab es ein gemütliches Beisammensein in der Stadtmühle der Familie Bonnaire.

Der TSV Weinsberg bietet regelmäßig am Montag Kegeltraining an, Ballspiele gibt es jeden Donnerstagabend in der Mühlrainturnhalle. Mittlerweile wird auch Fußball gespielt, beim TSV in Weinsberg und bei den Sportfreunden Gellmersbach.

Erste Patenschaften für Flüchtlinge sind entstanden. Durch großes Engagement konnten mittlerweile jungen Männern Praktika und Arbeitsmöglichkeiten vermittelt werden.

Ein großes Dankeschön gilt allen, die die Arbeit des Freundeskreises Asyl unterstützen, die sich einbringen, Grenzen überwinden und bei der Integration helfen. Danke an den Coro Allegro für das Welcome-Benefizkonzert, danke für alle weiteren Spender. Danke an Daniela Wenninger von der Stadtverwaltung, die das Spendenkonto betreut und begleitend tätig ist. Danke an Bärbel Schulze, Leiterin vom Lebenshaus, die für Deutschkurse Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat und an Karin Kuch, in deren ehemaliger Boutique vorübergehend unsere Kleiderausgabe untergebracht ist.

Blick ins Neue Jahr: Der Freundeskreis sucht dringend Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge nach dem Asyl-Gesetz, da sie die Erstunterbringung verlassen müssen. Es wäre schön, wenn mehr Praktika und Jobs vermittelt werden könnten, der Aufruf gilt hier örtlichen Geschäften und Betrieben. Weiter möchte der Freundeskreis einen Ort für regelmäßige Begegnungen installieren. Von Mensch zu Mensch: Es ist in den letzten Monaten Vieles auf den Weg gebracht und durchgeführt worden. Es hat zu weilen Kraft gekostet, es kam aber auch viel zurück. Jeder kann etwas beitragen, von Mensch zu Mensch, es ist nicht schwer – es beginnt mit dem ersten Schritt.
Kontakt

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Für die Flüchtlinge werden weiterhin Sachspenden benötigt,
eine aktuelle Liste gibt es hier: