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Nachdem wir vor 10 Tagen sehr kurzfristig über die geplante Verlegung der Geflüchteten aus den Weinsberger Camps in Anschlussunterbringung weit ab von der Zivilisation informiert wurden und diese, Dank Intervention durch Bürgermeister Thoma und der Verantwortlichen der Stadt Weinsberg, erst einmal gestoppt wurden, haben wir gestern erfahren, dass die Geflüchteten aus dem Camp in der Abtsäckerstraße ab kommenden Montag doch verlegt werden sollen. Das Camp müsse für neue Geflüchtete geräumt werden.Dies bedeutet, dass enschen, die zum Teil seit rund 2 Jahren in Weinsberg leben, hier Freunde und Kontakte gefunden haben, plötzlich in Unterkünfte in Orte verlegt werden sollen, deren Anbindung nach Heilbronn eher lückenhaft ist. Die jungen Männer aus dem Irak sollen nach Hardthausen-Gochsen verlegt werden. Es gibt immerhin eine Busverbindung von Gochsen nach Heilbronn, mit Umsteigen in Neuenstadt, und man ist in ca. 45 Minuten auch schon in Heilbronn, gegenüber einer Fahrtzeit von ca. 10 Minuten von Weinsberg nach Heilbronn. Hardthausen-Gochsen erlangte außerdem im Zuge der NSU Ermittlungen eine gewisse Berühmtheit, gerne hier nachzulesen:
http://www.boa-bw.de/…/a067c431-05ce-47c3-86…/0/jabe2001.pdfDie Männer aus Eritrea werden nach Offenau umgesiedelt. Tesfaldet Gebregziabher, Merhawi Kahsay und Tesfom Kesete sind seit über einem Jahr aktive Spieler der internationalen Mannschaft des TSV-Weinsberg. Sie helfen aktiv im Verein mit und unterstützen Elisabeth Germann auch immer gerne bei Veranstaltungen. Außerdem sind die Männer aus Eritrea hier auch Ansprechpartner und „großer Bruder“ für zwei junge Mädchen aus Eritrea, die als alleinreisende Minderjährige in Weinsberg ankamen und, mittlerweile volljährig, in Anschlussunterbringung in einer Wohnung der Stadt Weinsberg, nicht weit von der Unterkunft in der Abstäckerstraße, wohnen. Diese Mädchen verlieren durch diese Maßnahme jetzt schon wieder wichtige Bezugspersonen, nachdem sie schon ihre Familie in Eritrea zurücklassen mussten.

Das dann geräumte Camp soll im August wieder neu belegt werden, diesmal nur mit 2er-Belegung der Zimmer, was 30 neue Geflüchtete bedeutet.

Ich weiß nicht, ob sich beim Landratsamt jemand darüber Gedanken macht, was sie mit solchen Aktionen bei den Ehrenamtlichen der Asylkreise bewirken. Freundschaftliche Kontakte, die über fast 2 Jahre aufgebaut wurden und die bei manchen fast schon eine Aufnahme in die Familie bedeuten, werden getrennt. Lebensläufe, die erfasst wurden; Berufsplanungen die von Ehrenamtlichen unterstützt werden; Hoffen und Bangen im Verfahren und Unterstützung dabei; Sprachunterricht; Kennenlernen überhaupt, das alles ist es nicht wert, erhalten zu bleiben, wenn gespart werden soll. Die von den Ehrenamtlichen investierte Zeit und Energie wird ebenso wenig gewürdigt, wie die dadurch entstandenen Bindungen. In Weinsberg wurde bisher Integration gelebt, was man auch zuletzt vor wenigen Tagen beim Internationalen Buffet vor der Hildthalle erleben konnte.

Kaum einer von uns kann die von ihm betreuten Personen in Offenau oder Gochsen weiter betreuen. Ich glaube aber kaum, dass die dadurch „frei gewordenen Kapazitäten“ dann den zukünftigen Bewohnern des Camps zur Verfügung stehen werden. Ich kann nur für mich sprechen, ich kann nicht wieder so viel Energie, Zeit und Emotionen in den Aufbau von Beziehungen investieren, wenn ich nicht weiß, wann diese mutwillig von Ämtern wieder getrennt werden. Ich für meinen Teil werde also die neuen Bewohner nicht besuchen. Das tut mir unheimlich leid für die Menschen, die in die Container einziehen werden, aber ich bin nur ein Mensch, dazu noch einer, dessen kostenlose Arbeitskraft dem Landratsamt nichts wert ist.

Diese gesamte Aktion ist ein Schlag in das Gesicht der ehrenamtlichen Helfer und aller Menschen, die die Geflüchteten in unserer Stadt willkommen geheißen und unterstützt haben.

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In der letzten Nacht kam es in der Unterkunft in der Öhringer Straße 2 zu einem Zimmerbrand.
Allen Bewohnern geht es gut, auch die betroffene Person wurde schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen.
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Eine Bitte an Alle!
Immer mehr Familien bekommen jetzt ihre Visa für die Familienzusammenführung. Diese sind in der Regel nur 3 Monate nach Ausstellung gültig, so dass die Familien zügig nach Deutschland reisen müssen.
Leider wohnen viele der Männer/Väter immer noch in den Sammel- und Notunterkünften. Dort dürfen die Familien nicht einziehen. Sobald sie in Deutschland ankommen, sind sie also obdachlos. Ohne Wohnsitz können sie nicht angemeldet werden und auch keine Leistungen beziehen. Dies bedeutet in der Konsequenz, dass die Männer ihre Familien mit den für sie alleine ausbezahlten Leistungen durchbringen müssen und darauf angewiesen sind, Freunde zu finden, bei denen die Familienmitglieder unterkommen.
Wir bitten alle, die diese Mail lesen, sich Gedanken zu machen, ob es in ihrem Umkreis nicht doch Menschen gibt, die leer stehende Wohnungen oder Häuser haben. Auf dem freien Wohnungsmarkt ist es so gut wie unmöglich für die Geflüchteten, eine Wohnung zu finden. Ohne unsere Hilfe geht das nicht!
AKtuell haben wir 2 4-köpfige Familien hier, die noch keine Wohnung haben. In der nächsten Woche bekommt eine weitere Familie ihre Visa ausgehändigt, es handelt sich hier um insgesamt 5 Personen, die 3 Kinder sind 14, 16 und 18 Jahre alt.
Bitte helft!
Angebote bitte an wohnung@asyl-weinsberg.de

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Wir freuen uns über die Weihnachtskarte von unseren Schützlingen und der Sozialarbeiterin und hoffen auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit im nächsten Jahr!

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Von Mensch zu Mensch

Im Mai 2015, als die ersten Flüchtlinge in Weinsberg ankamen, wurde der Freundeskreis Asyl aktiv. Ein kleines Team versorgte die Ankommenden mit Alltäglichen wie Bettwäsche, Handtücher, Haushaltsgeräten und Bekleidung. Fast täglich fanden Gespräche in den Erstunterkünften statt. Die wöchentliche Betreuung durch eine Sozialarbeiterin des Landratsamtes reichte nicht aus. Der Freundeskreis Asyl begleitete die Asylsuchenden zum Landratsamt, zum Job-Center, zur Bank und bei Arztbesuchen. Formulare wurden übersetzt und ausgefüllt, viele Fragen beantwortet, Deutschunterricht gegeben und Sorgen geteilt. Das Jahr 2016 war noch intensiver und noch aufregender. Es blieb bei einem relativ kleinen Kreis ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer, die von Anfang an dabei waren und sich sehr engagierten. Trotz intensiver Bemühungen, mehr Menschen für die Integrationsarbeit zu bewegen und geflüchtete Menschen in ihrer Situation zu unterstützen, ergänzten das Team nur einzelne Bürger. Es wäre schön, wenn sich künftig mehr Bürger entschließen würden, von Mensch zu Mensch zu agieren und im Freundeskreis Asyl mitzuarbeiten.

Zahlen und Fakten:

Ende 2015 waren die drei Unterkünfte mit 125 Personen voll belegt. Aber im März beschloss das Landratsamt, in zwei Unterkünften aus den bisherigen 2- plötzlich 3-Bett-Zimmer zu machen. Vor allem in den Containern in den Abtsäckern war es ein unmöglicher Zustand. Es kamen 23 Syrer in die Lindichstraße dazu. Dafür wurden nach und nach alle Albaner nach den gesetzlichen Bestimmungen in ihr Heimatland abgeschoben. Im Laufe des Jahres kamen noch zehn Iraker und drei Familien in die Gemeinschaftsunterkünfte. Bis auf zwei haben alle Syrer ihre Asyl-Anerkennung bekommen und zum größten Teil die Gemeinschaftsunterkünfte verlassen, nicht aber Weinsberg. Auch hier half der Freundeskreis Asyl, passende Zimmer und Wohnungen zu finden und sie einzurichten. Flüchtlinge werden Neubürger. Dadurch ändert sich auch die Arbeit des Freundeskreises: Die Erstversorgung mit Bettwäsche, Wäsche und Bekleidung findet nur noch in Einzelfällen statt. durch den Familien-Nachzug haben wir derzeit zehn Familien mit 21 Kindern in Weinsberg und Teilorten, davon leben drei Familien im Camp Lindich, sieben in Wohnungen in und um Weinsberg. Dies verlangt viel Zeit und Engagement, weil die Familien in allen Lebensfragen betreut werden müssen. Der Freundeskreis Asyl sucht Wohnungen für Familien und Einzelpersonen, dazu Möbel und Hausrat. Auch Fahrräder sind als Spende willkommen.

Deutschunterricht: Weil die anerkannten Flüchtlinge vom Jobcenter verpflichtet werden, Integrationskurse zu besuchen, wollen alle diese absolvieren. Es gibt aber zurzeit Wartezeiten von vier Monaten.

Hier ist es gut, dass der Freundeskreis Deutschkurse für Anfänger anbieten kann. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Jule kümmern sich intensiv um die Hausaufgabenbetreuung der eingeschulten Flüchtlingskinder.

Freizeitaktivitäten: Eine große Zahl der Flüchtlinge ist bereits in den örtlichen Sportvereinen aktiv, so beim Fußball, Kegeln und Tischtennis. In anderen Vereinen vereinzelt. Jeden zweiten Mittwoch findet in der evangelisch-methodischen Kirche das Begegnungscafè „Oase“ und jeden zweiten Donnerstag im Helfensteinkeller das Café International statt. Besichtigungen bei Audi und im Salzbergwerk, Fahrradtouren, ein Picknick am grasigen Hag, die Beteiligung am Fest der Kulturen sind herausragende aber nicht die einzigen Freizeitangebote.

Jeden Freitagnachmittag können die Mütter mit Ihren Kindern ins Weinsberger Jugendhaus kommen, Schülerinnen des Justinus-Kerner-Gymnasiums spielen mit den Kindern, die Frauen können sich austauschen und ein wenig Deutsch lernen.

Erfolge bei und durch Patenschaften: Der Freundeskreis Asyl sucht dringend Paten, die sich um eine Familie kümmern möchten aber auch um Einzelpersonen. Dies ist eine langfristige Aufgabe, es können aber dadurch wunderbare Freundschaften entstehen.

Hilfe bei der Arbeitssuche: Ein wichtiger Meilenstein auf dem Wege zur Integration ist Arbeit zu finden. Die jungen Menschen wollen arbeiten, um selbständig zu sein. Der Freundeskreis konnte einige Arbeitsstellen vermitteln. Hier sind die örtlichen Betriebe gefordert, bei der Integration zu helfen.

Weil die vielfältige Arbeit des Freundeskreises mit den wenigen Kräften besser organisiert werden musste, gibt es eine neue Organisations-Struktur mit direkten Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern. Am 18. Oktober wurde sie dem Gemeinderat vorgestellt. Der Freundeskreis bedankt sich bei allen, die seine Arbeit von Mensch zu Mensch unterstützen, sei es durch Mithilfe, Geld- und Sachspenden oder Wohnraum.

Wie sagt ein alter Spruch: Viel hilft viel.

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06.04.2016 – 18:00

„Über das Meer“ – Lesung mit Wolfgang Bauer – anschließend Café International  im Helfensteinkeller

Am 6.4. gab es in Kooperation mit der Stadt Weinsberg eine Lesung mit anschließendem Café International.

Wir freuen uns, dass viele Gäste nach der Lesung die Gelegenheit wahrgenommen und mit den Flüchtlingen im Helfensteinkeller Kontakt aufgenommen haben.

Für das leibliche Wohl sorgte das Kaffeehaus 3Modul aus Weinsberg mit syrischen Teigtaschen

Herzlich willkommen auf den Seiten des Freundeskreis Asyl Weinsberg!

Ein intensives, aufregendes Jahr geht zu Ende. Wir möchten Informationen über die ehrenamtliche Arbeit der Initiative geben, seitdem sie sich im Frühjahr gründete und im Mai die ersten Flüchtlinge zugeteilt wurden. 

Momentan (Dezember 2015) wohnen in Weinsberg ca.125 Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Indien, Afghanistan, Eritrea, Irak, Mazedonien, Serbien und Albanien, davon 12 Kinder im Alter zwischen 0 und 13 Jahren. Eine Familie aus Albanien musste im November zurück in ihr Heimatland.

Wir versorgten die Ankommenden mit Alltäglichem wie Bettwäsche, Handtücher und Bekleidung. Fast täglich fanden Gespräche in den Unterkünften statt. Mitglieder des Freundeskreis Asyl begleiteten die Menschen zum Landratsamt, zum Job-Center, zur Bank und bei Arztbesuchen. Formulare wurden übersetzt und ausgefüllt, viele Fragen beantwortet und Sorgen geteilt. Kinder konnten in Kindergärten und Schule angemeldet und mit Materialien ausgestattet werden. Für die Mobilität der Menschen, um einzukaufen und eigene Aktivitäten zu unternehmen, gab es einen Aufruf für Fahrräder. Sie wurden überholt und repariert. Weiterhin besteht immer noch ein großer Bedarf an Fahrrädern.

Eine Gruppe Ehrenamtlicher bietet in den verschiedenen Unterkünften, teilweise mehrmals wöchentlich, Deutschunterricht an. Außerdem bekommen alle Flüchtlinge einen Deutschkurs über die VHS. Es gibt auch einzelne „Teams“, die sich zu einem 1:1 Deutsch lernen treffen.

Damit das Fremde nicht fremd bleibt, damit Kontakte entstehen, haben wir Freizeitaktivitäten mit den Flüchtlingen organisiert. Spieleabende wurden durchgeführt. Im Sommer fanden Fahrradtouren, z. B. nach Bad Wimpfen und zum Breitenauer See statt. Wanderungen und spontane Aktivitäten in der Natur kamen dazu, auch ein gemeinsames Picknick am Grasigen Hag. Es wurde auch in privaten Haushalten gekocht und gebacken. Zwei Mal gab es ein gemütliches Beisammensein in der Stadtmühle der Familie Bonnaire.

Der TSV Weinsberg bietet regelmäßig am Montag Kegeltraining an, Ballspiele gibt es jeden Donnerstagabend in der Mühlrainturnhalle. Mittlerweile wird auch Fußball gespielt, beim TSV in Weinsberg und bei den Sportfreunden Gellmersbach.

Erste Patenschaften für Flüchtlinge sind entstanden. Durch großes Engagement konnten mittlerweile jungen Männern Praktika und Arbeitsmöglichkeiten vermittelt werden.

Ein großes Dankeschön gilt allen, die die Arbeit des Freundeskreises Asyl unterstützen, die sich einbringen, Grenzen überwinden und bei der Integration helfen. Danke an den Coro Allegro für das Welcome-Benefizkonzert, danke für alle weiteren Spender. Danke an Daniela Wenninger von der Stadtverwaltung, die das Spendenkonto betreut und begleitend tätig ist. Danke an Bärbel Schulze, Leiterin vom Lebenshaus, die für Deutschkurse Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat und an Karin Kuch, in deren ehemaliger Boutique vorübergehend unsere Kleiderausgabe untergebracht ist.

Blick ins Neue Jahr: Der Freundeskreis sucht dringend Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge nach dem Asyl-Gesetz, da sie die Erstunterbringung verlassen müssen. Es wäre schön, wenn mehr Praktika und Jobs vermittelt werden könnten, der Aufruf gilt hier örtlichen Geschäften und Betrieben. Weiter möchte der Freundeskreis einen Ort für regelmäßige Begegnungen installieren. Von Mensch zu Mensch: Es ist in den letzten Monaten Vieles auf den Weg gebracht und durchgeführt worden. Es hat zu weilen Kraft gekostet, es kam aber auch viel zurück. Jeder kann etwas beitragen, von Mensch zu Mensch, es ist nicht schwer – es beginnt mit dem ersten Schritt.
Kontakt

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Für die Flüchtlinge werden weiterhin Sachspenden benötigt,
eine aktuelle Liste gibt es hier: